LAYERS Buchclub – Kolumne Eins „Anfang“

Über gedruckte Worte während verwirrender Zeiten

Ich liebe Bücher! Ein etwas plumper Einstieg, ich weiß, aber trotzdem das stärkste Bekenntnis, um diese Buchkolumne zu starten, oder? Das Lesefieber hat mich ziemlich früh erwischt. Vermutlich genau in dem Augenblick als mir klar wurde, dass Buchstaben Worte ergeben und Worte Geschichten. Als ich acht oder neun Jahre alt war, hat mich das Lesefieber sogar schon mal samt Gehirnerschütterung ins Krankenhaus befördert, aber darüber berichte ich euch ein anderes Mal.

Sarahs Kolumne kannst du dir auch von ihr vorlesen lassen.

„Das Lesefieber hat mich vermutlich genau in dem Augenblick erwischt als mir klar wurde, dass Buchstaben Worte ergeben und Worte Geschichten.“

Zugegeben, durch diese aufwühlende Corona Zeit habe ich ein paar Wochen gebraucht, um mich wieder auf ein Buch einzulassen. Dafür hat mir einfach die Aufmerksamkeit und die innere Ruhe gefehlt. Während der letzten Wochen habe ich mich – wie viele andere auch wie ein aufgescheuchtes Huhn gefühlt, dass weder weiß wohin es laufen soll noch begreift, was da gerade passiert.

Trotzdem wollte ich zu jedem Zeitpunkt unbedingt diese Buchkolumne beginnen! Also machte ich vor ein paar Tagen den ersten Schritt: Ich stellte mich vor’s Bücherregal, lies meine Augen über die Buchrücken wandern, pickte mir ein paar Lieblingsbücher heraus und blätterte durch ihre Seiten.

An einem davon blieb ich direkt hängen. Es ist ein ganz Schmales, vor circa zehn Jahren habe ich es das erste Mal gelesen. Es trägt den Titel Brief an D. Ein Liebesbrief des österreichisch-französischen Autors André Gorz, verfasst an seine damals 82-jährige Frau Dorine. Dieser Brief ist eine Rekapitulation ihres gemeinsamen Lebens, ein Tribut an ihre 60 Jahre andauernde Liebe, die mit dem gemeinsamen Freitod im Jahr 2007 endete. Wie schon vor zehn Jahren hat mich dieser Brief zutiefst bewegt inklusive vieler Tränen in den Augen, weil die Zeilen darin so nahbar, so reflektiert, so liebevoll, so klar und kein bisschen kitschig sind. Trotzdem eine riesige Melancholie während des Lesens in mir aufstieg, fühlte ich mich glücklich. Glücklich darüber, dass das Büchlein trotz der Tränen meine Empfindsamkeit wach rüttelte, mich wieder zu recht rückte und das Gefühl einer tiefen inneren Ruhe verströmte.

Das Lesen beruhigt mich ungemein. Ich bin da nach wie vor sehr Oldschool und brauche unbedingt gedruckte Worte auf faserigem Papier in meinen Händen.

„Eine klare Leseempfehlung, wenn ihr euch nach dem Gefühl sehnt mit eurem besten Freund oder Freundin am Küchentisch zu sitzen, unvernünftigerweise zu viel Wein, Bier und Schnaps zu trinken während ihr übers Leben sinniert.“

Ein Buch, dass ich vor der Corona Misere gelesen habe, hat Indie Musiker Thees Uhlmann geschrieben. In dem Buch geht es um Erinnerungen, Erlebnisse und Eskapaden, die Thees mit der Band Die Toten Hosen(so auch der Name des Buches) verbindet. Irre witzig, leichtfüßig und herzerwärmend zugleich. Eine klare Leseempfehlung, wenn ihr euch nach dem Gefühl sehnt mit eurem besten Freund oder Freundin am Küchentisch zu sitzen, unvernünftigerweise zu viel Wein, Bier und Schnaps zu trinken während ihr übers Leben sinniert. Thees Uhlmann kann einfach richtig gut schreiben: unaufgeregt, klar, witzig, melancholisch, deep. An dieser Stelle Grüße an den lokalenEisverkäufer. Der geneigte Leser weiß wovon ich schreibe.

„Wie steht´s um euer Leserverhalten während dieser verwirrenden Zeiten?“

Und nun zu euch! Wie geht es euch und wie steht´s um euer Leserverhalten während dieser verwirrenden Zeiten? Ich freue mich sehr auf die Fortführung dieser Kolumne und noch viel mehr auf den Austausch mit euch!

PS: Corona hat uns allen vor Augen geführt wie wichtig es ist kleine lokale Unternehmen mit unserem Einkauf zu unterstützen. Die Seite www.buchhandlung.de führt euch ganz leicht zu einem unabhängigen Buchladen ums Eck, bei dem ihr online bestellen könnt. Ein Tipp von Jan Böhmermann. Die Buchhandlung meiner Wahl ist übrigens die minikleine Buchhandlung Grümmer in Leipzig Plagwitz. Abonniert unbedingt deren Newsletter, wenn ihr Lust auf abwechslungsreiche Empfehlungen habt. 

Fragt man Sarah nach einem Lesetipp, steht sie am nächsten Tag mit einem ganzen Stapel ihrer Lieblingsbücher vor der Tür. Ihre besten Schmökertipps teilt sie in ihrer Buchkolumne.

2 Kommentare

  1. Nina

    Hey, oh wie schön! Hab grad euren Blog und deine neue Kolumne entdeckt und bin ganz begeistert. Ja, bei mir ist das mit dem Lesen ähnlich wie bei dir:-) Ich freu mich auf mehr, liebe Grüße aus dem Rheinland.

  2. Sarah

    Hallo Nina,
    das freut mich enorm! Toll, dass du uns gefunden hast!
    Gerade ist die zweite Kolumne fertig geworden und geht in den nächsten Tagen online 🙂

    Viele Grüße,
    sarah

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