Sorbas Shoes – Nachhaltige Schuhe aus Berlin

Wer von euch auch schon mal auf der Suche nach coolen, bequemen und möglichst nachhaltig und fair produzierten Schuhen war, weiß, dass es anscheinend gar nicht so leicht für eine Marke ist, all diese Kriterien zu erfüllen. Natürlich gibt es mittlerweile einige nachhaltige Labels, aber ich bin ganz ehrlich: Das Design der Schuhe hat mich bei den meisten einfach nicht angesprochen und ich finde es auch nicht besonders nachhaltig mir etwas zu kaufen, dass zwar fair produziert wurde, aber mir nicht so richtig gefällt.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich bereits im letzten Jahr auf das junge Berliner Label Sorbas Shoes aufmerksam wurde. Dieses setzt auf modernes, hochwertiges Design mit Hang zum Minimalismus, was man sofort erkennt. Besonders die schlichten Sneaker und klassischen Boots haben es mir direkt angetan. Designt wird in Berlin, gefertigt in kleinen Schuhmacher-Betrieben, zum Beispiel in Serbien. Hier wird noch echtes Schuhmacher-Handwerk umgesetzt und das spürt man bei jedem Schritt. Auch die sorgfältige Auswahl der Materialien und der Verzicht auf unnötig harte und schwere Verstärkungen sorgen zum einen für geschonte Ressourcen und zum anderen für weiche und bequeme Schuhe.

In unserem Interview erfahrt ihr mehr über Sorbas Shoes. Gründer Eike verrät, was es mit dem Namen auf sich hat, ob es schwer war ein nachhaltiges Label zu gründen und welche Tipps er für alle hat, sie sich auch in der Modebranche selbstständig machen wollen.

Außerdem freue ich mich sehr, dass ich gemeinsam mit einem Teil des LAYERS Teams eine Auswahl der Schuhe und Rucksäcke auf den Fotos in diesem Beitrag präsentieren darf. Vielen Dank an unsere Filmemacherin Maria Haase und Kolumnisten Richard Kaufmann für’s Modeln und an Sophie Valentin für die Fotos!

Seit wann gibt es Sorbas?

Sorbas wurde 2015 in Berlin gegründet.

Was bedeutet euer Name? Ich habe gehört er hat etwas mit dem griechischen Sirtaki-Tanz zu tun.

Sirtaki ist ein Tanz, der für den Film Alexis Sorbas entwickelt wurde. Er ist eine Abwandlung eines traditionellen griechischen Tanzes – dieser war für den Hauptdarsteller Anthony Quinn aber wohl zu kompliziert. Deshalb wurde eine simplere Form des Tanzes entwickelt. Bei unseren Schuhen ist das ganz ähnlich – wir entwickeln aus klassischen Formen wie Oxford Schuhen moderne, minimalistische Silhouetten. Unser Name lehnt sich auch tatsächlich an den Film (und den gleichnamigen Roman) an, jedoch mehr auf den Inhalt, der Lebensfreude und Ethik verbindet. Sehr lesens-/sehenswert!

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Wer steckt hinter Sorbas und wie entstand das Label?

Hinter Sorbas Shoes steht der Gründer Eike Vogler und kleines Team von derzeit fünf Mitarbeitern. Wir sind ein wild durchmischter Haufen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen in Wirtschaft, Geographie, Psychologie und sogar Sport(-management).

Ich mag besonders das schlichte, lässige Design eurer Schuhe. Wer entwirft eure Produkte?

Das macht unser Gründer Eike, der nach seinem Studium angefangen hat Schuhe zu entwickeln. Mittlerweile baut er die Schuhe nicht mehr selber, zeichnet sie aber noch. Wir geben die Modelle dann zur technischen Umsetzung an unsere Schuhmacher weiter, die aus den Zeichnungen die fertigen Schnittvorlagen machen.

Ein cooles Design und hochwertige Qualität stehen auf der einen Seite, aber war es auf der anderen Seite schwer, die Produktion nachhaltig und fair zu gestalten?

Die Idee war in schwächeren Europäischen Ländern ein Projekt aufzubauen – zum einen, weil dort in Europa traditionelle Berufe noch bis heute fortbestehen, zum anderen um durch überdurchschnittliche Bezahlung und neue Materialien einen Entwicklungsprozess anzustoßen. Es war dann gar nicht so leicht, kleine Betriebe zu finden, die offen für nachhaltige Schuhe und vegane Schuhe sind. Zudem mussten wir als kleines Label ein Arbeitsmodell entwickeln, wie wir die Löhne in Zusammenarbeit mit dem ersten Familienbetrieb steigern können. Da wachsen unser Einfluss und unsere Möglichkeiten mit steigendem Umsatz, was sich in guten Arbeitsbedingungen und hochwertigen Produkten widerspiegelt.

„Es war dann gar nicht so leicht, kleine Betriebe zu finden, die offen für nachhaltige und vegane Schuhe sind.“

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Welche Materialien verwendet ihr?

Wir verwenden wo es geht natürliche Materialien. Vor allem suchen wir nach innovativen pflanzlichen Materialien, die eine ansprechende, hochwertige und funktionale Alternative zu Leder sind. So zum Beispiel wasserfeste Bio- und recycelte Baumwolle, Pinatex – ein lederähnliches Material aus Ananasfasern, Kork oder in Deutschland gefertigtem Kunstleder, welches einen hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen hat. Aus diesen Materialien machen wir nachhaltige vegane Schuhe.

Warum sind eure Schuhe so bequem?

Was Sorbas Schuhe auszeichnet ist der hohe Komfort, der durch die hochwertigen, atmungsaktiven Materialien, aber auch aus besonders leichten und weichen Verarbeitung und flexiblen Sohlen resultiert.

Wo kann man Sorbas Schuhe kaufen?

Unsere Schuhe sind nur Online erhältlich – am besten schaut ihr direkt auf unsere Website. Dort könnt ihr nach Formen, Materialien und Eigenschaften filtern. Zudem gibt es fast immer reduzierte Angebote im Sale.

Neben Schuhen und Rucksäcken: Sind in nächster Zeit weitere Produkte geplant?

Wir definieren uns als Schuhlabel, daher spielen andere Produkte für uns weniger eine Rolle. Die Entwicklung der Rucksäcke hat aber viel Spaß gemacht und es kann gut sein, dass wir unsere Sorbas Schuhe immer mal durch einzelne weitere Designs ergänzen.

Welchen Tipp habt ihr für alle, die sich in der Modebranche mit einem Label selbstständig machen wollen? Was war euer größtes Learning?

Bei uns ist es bisher sehr gut gelaufen, weil die Idee und die Motivation weitgehend durchdacht waren. Gerade der Anfang war aber sehr zäh, da zu wenig Wissen, Zeit und Geld vorhanden waren. Besser ist es sicherlich, wenn man sich vorher in Ruhe Kapazitäten schafft und dann erst anfängt. Am Ende zählt aber vor allem, dass man es macht (…just do it) und geduldig und ausdauernd daran arbeitet.

„Am Ende zählt aber vor allem, dass man es macht und geduldig und ausdauernd daran arbeitet.“

Wie sieht ein nachhaltiger Kleiderschrank aus? Habt ihr Tipps?

Der besteht vor allem aus natürlichen Materialien – bestenfalls Bio- oder recycelt – und ist vorrangig vegan. Auf hier ist ein bisschen Minimalismus angesagt – lieber sorgfältig auswählen und kaufen, was einem wirklich gefällt.

Vielen Dank für das Interview!

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Was andere Menschen antreibt, ihre Geschichten und persönlichen Erfahrungen, besonders von GründerInnen, interessieren Francis am Meisten. Auf LAYERS findet ihr daher zahlreiche Interviews mit spannenden Persönlichkeiten. Außerdem stellt euch Francis regelmäßig Designfavoriten, Kulturnews und Lieblingsorte vor.

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